Und so erblickt denn heute mein erster Blogeintrag, der gleichzeitig meinen Blog unter dem Titel “ceterum censeo” begründen soll, das virtuelle Licht der ebenso virtuellen Welt des Netzes. Möge es nicht der letzte sein.
“ceterum censeo”, zu Deutsch etwa “im Übrigen bin ich der Meinung” oder “im Übrigen denke ich”, war im römischen Senat die Formel, einen Antrag zu stellen. Berühmtheit als Zitat hat die Formel “Ceterum censeo Carthaginem esse delendam” – “Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss” bzw. auf den Senat übertragen “Hiermit stelle ich den Antrag, dass Karthago zerstört werden muss.” durch Cato den Älteren erlangt. Er stellte den Antrag auf die Zerstörung Roms Erzrivalen der Legende nach zum Abschluss jeder Sitzung und jeder seiner Reden. Und sonst auch, wenn es eben passte oder nicht.
Ich bin vermutlich – hoffentlich – nicht halb so konservativ, ja, rückständig eingestellt, wie Cato. Dennoch mache ich mir einen Teil dieser berühmten Aussage zu Eigen: “Im übrigen bin ich der Meinung, dass…” – Genau das ist mir das wichtige an diesem Blog: Meine Meinung kund zu tun. Sie in die Welt hinauszuposaunen. Ganz gleich, ob es gerade passt oder nicht, wem auch immer und in welcher Situation. Und gleichzeitig einen Antrag stellen, der anderen Wortbedeutung entsprechend: Dass ein geneigter Leser vielleicht auch ein wenig darüber nachdenkt, was mich gerade beschäftigt. Und dass ich eine Meinung hervorrufen kann, ganz gleich, ob sie der meinigen entspricht oder nicht.
In diesem Sinne bitte ich ebenso um Rückmeldungen in Form von Kommentaren. Bitte seht es mir nach, dass ich sie erst auf z.B. rechtmäßigkeit überprüfe. Als Autor dieses Blogs kann man mich nach aktueller deutscher Rechtslage auch für die Inhalte von Kommentaren zur Verantwortung ziehen. Daher werde ich nach bestem Wissen und Gewissen prüfen, ob die Kommentare “gutartig” im Sinne deutschen Rechts sind. Und wo wir gerade dabei sind, verweise ich mit einem Augenzwinkern auf den Artikel 5 unseres Grundgesetzes: “Eine Zensur findet nicht statt.”
So long!