Die Meldung ist von Freitag und einen schönen Kommentar habe ich hier schon gelesen. Dennoch fühle ich mich genötigt, mit Centstücken um mich zu werfen:
Menschenrechte sollen auch in Killergames gelten titelt “20 Minuten Online”, ein schweizer News-Portal mit mir unbekannter politischer Ausrichtung. Kern der Aussage ist, dass die Gesellschaften “Pro Juventute” (”Für die Jugend”?) und die “Schweizerische Gesellschaft für Völkerstrafrecht (Trial)” fordern, in KillerKriegsspielen möge das humanitäre Völkerrecht geachtet werden. Im Klartext: Keine Folterszenen, keine Tötungen Unbewaffneter oder Unbeteiligter. Soweit der auf den ersten Blick sinnvolle Teil des Anliegens.
Auf den ersten Blick? Sinnvoll? Ja.
Gewalt ist verabscheuenswürdig und die Welt wäre schöner, käme sie ohne aus. Aber anstatt Gewaltspiele (über deren Daseinsberechtigung ich an dieser Stelle nicht debattieren will) verbieten zu wollen, kommen die genannten Organisationen auf die Idee, sie m.A.n. pädagogisch wertvoll zu entschärfen. Kein Verbotswahn, keine Spieleverbrennungen wie zuletzt durch das unselige “Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden”, kein Geifern in Richtung Amokläufe und Terrorismus. Im Gegenteil: Man will die Spiele so verändern (lassen), dass wenigstens die elementarsten Grundsätze der “humanen Kriegsführung” gewahrt bleiben. Ich bin geneigt, das als Meilenstein im Verständnis um Computerspiele anzusehen.
Sinnvoll ist diese Veränderung trotzdem nicht. Denis Simonet, Präsident der Piratenpartei in der Schweiz kommentierte: “Das wäre Zensur. Ethik im Spiel ist ein individueller Entscheid.” Da ich die Einschränkung zunächst für sinnvoll hielt, habe ich den ersten Satz kurzerhand als (hinreichend platte) Parole entlarvt. Der zweite Satz hat mich da schon nachdenklich gemacht. Und ich muss sagen: Recht hat er.