Sieg der Vernunft?

Es hat den Anschein, als habe in einige Köpfe in diesem Lande pünktlich zum Beginn der Weihnachtszeit wieder Vernunft Einzug gehalten: Die “Stiftung gegen Gewalt an Schulen” (SGS), einigen noch bekannt als das kunst- und kulturfeindliche “Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden” (AAW) hat über die Argumente des VDVC (”Verband für Deutschlands Video- und Computerspiele”) zumindest ein wenig nachgedacht, ihren Sinn erkannt und eine unhaltbare Position in Teilen aufgegeben. Zumindest liest sich so (wenn auch weit euphorischer formuliert) die entsprechende Pressemitteilung des VDVC. Gamer feiern es als Erfolg. Warum mein Zweifel? Warum “Anschein”, “ein wenig nachgedacht” und “in Teilen aufgegeben”?

Zunächst beschränkt sich die Aussage über das Abrücken von einem generellen (juristischen) Verbot lediglich auf Erwachsene:

„Einschränkungen für erwachsene Spieler müssen verhindert werden. Wer geistig reif ist, soll spielen was er will.“, so Patrik Schönfeldt, Vorstandsvorsitzender des VDVC. Auf diese Hauptforderung der Spieler antwortete Gisela Mayer, zweite Vorsitzende und Pressesprecherin der SGS: „Da bin ich einverstanden. Bei Erwachsenen ist es keine Frage des Verbotes, das sind selbstbestimmte Menschen.“

Während Patrick Schönfeldt vom VDVC dem Kriterium “erwachsen” auch noch “geistige Reife” hinzufügt (ein wichtiges Kriterium) lese ich die “Zustimmung” der Pressesprecherin des AAW, pardon, der SGS ein wenig anders. Es ist kein Abrücken vom Verbot. Es ist ein Abrücken vom Verbot für Erwachsene. Und bei denen sei “es keine Frage des Verbots”, sondern – der Moral, vermute ich.

Ich sehe nicht, dass sich an der Dämonisierung von Computerspielen und der Stigmatisierung ihrer Konsumenten von Seiten der Elterninitiative AAW/SGS etwas geändert hätte. Und weil die Pressemeldung gestern beim VDVC erschien, ich aber auch heute noch nichts bei AAW/SGS lese, möchte ich die Ernsthaftigkeit der Gespräche in Zweifel ziehen.

Eine Schlussbemerkung: Kunst- und kulturfeindlich habe ich die Mitglieder der Elterninitiative genannt. Ich möchte an dieser Stelle daran erinnern, dass eben jene es waren, die noch vor weniger als zwei Monaten die öffentliche Sammlung Zerstörung von “Killerspielen” zelebrierten. Ich fühlte mich (und fühle mich noch mit wachsendem Ekel), das sage ich ganz deutlich, an den Nationalsozialismus, sog. “entartete Kunst” und Bücherverbrennungen erinnert. Und obwohl man sich in der Pressemitteilung über den aufgenommenen Dialog mit den Spielern freut, kündigt man frohen Mutes weitere Aktionen dieser Art an. Ein halbherziges Statement wie oben zitiert überzeugt mich da von einem Sinneswandel nicht.

2 Responses to “Sieg der Vernunft?”

  1. Sebastian-Maximilian Says:

    Fakten:

    Die Opfer wurden NICHT obduziert, wie es sich gehört.

    Die Polizei hat dreckig gelogen in Bezug auf die Ankündigung der Tat im Internet.

    Gleichzeitig zu dem Amoklauf fand eine Übung der Polizei in der Nähe statt.

    Für mich riecht das nach Gladio und co, eine Tat, vom Staat gelenkt um Waffenbesitzer zu diskreditieren, weil es hier bald zu Aufständen kommen wird.

    Die Wahrheit wird rauskommen, und dann Gnade euch Gott!!

  2. MisterX Says:

    Es ist wahr, dass es einige Ungereimtheiten gibt und noch mehr Verschwörungstheorien, die sich um den Vorfall Amoklauf von Winnenden ranken. Aber das ist nicht Gegenstand des Artikels und wird auf absehbare Zeit nicht Gegenstand des Blogs sein.

    Es sei angemerkt, dass ein staatliches Gewaltmonopol ein unverzichtbarer Teil des Rechtsstaatsprinzips ist.