Warum ich Pirat bin

Es hat in diesem Haufen Wörter, den ich zuweilen hochtrabend “Blog” nenne, sicher schon einmal gestanden: “Ich bin Pirat!”

Aber warum eigentlich? Warum engagiere ich mich ebenso wenig bei der Union, wie bei der FDP, warum gewinnen SPD, RENTNER, Linke oder Grüne keinen Blumentopf bei mir, wenn es um mein persönliches politisches Engagement geht?

Ich habe in der Tat mehrfach darüber nachgedacht und anlässlich der Frage “Warum seid Ihr Pirat?” von “Twitgeridoo” versuche ich nun, die hauptsächlichen Gründe darzustellen:

Die PIRATEN sind eine junge, eine neue Partei
Im Gegenteil nicht einmal fünf Jahre alt befindet sie sich noch in der Aufbauphase, zumal sie Anfang diesen Jahres nicht einmal eintausend Mitglieder Bundesweit aufwies. Nun ist sie nach den Grünen die fünftgrößte Partei deutschlands und die größte deutsche Partei, die nicht im Bundestag vertreten ist. Und durch den Abgeordneten Jörg Tauss der SPD war sie auch das in der letzten Wahlperiode für kurze Zeit. Bei den Piraten habe ich das Gefühl, selbst etwas verändern zu können, die Ausrichtung und die Geschicke der Partei mit zu beeinflussen. Es gibt kaum etablierte Strukturen, vieles ist im Fluss. “Mitmachen” heißt die Devise nicht “Beitrag zahlen zum machen lassen”.

Die PIRATEN sind anders
Die PIRATEN vereinen Idealismus mit Überlegung und der Tat. Noch sieht es nicht aus, als ließen sie sich auf faule Kompromisse ein. Sie buhlen nicht um die Gunst der Wähler, indem sie leere Versprechungen machen, Steuergeschenke versprechen, die nicht durchsetzbar sind, mit der Halbierung der Arbeitslosenzahlen werben und hohle Phrasen von Brutto und Netto in die Welt spucken. Auch treiben sie sich die Wähler nicht mit Angst in die Arme, indem sie (nicht wahr, Herr Schäuble?) mit Terroranschlägen drohen. Sie sind ehrlich. Sie argumentieren. Sie vertreten ihre Meinung. Und sie geben nicht vor, sie zu ändern, nur weil sie sich davon mehr Wählerstimmen versprechen.

Die PIRATEN-Partei hat keine Gesichter – aber ein nobles Antlitz
Wo bei den beiden “großen” Volksparteien CDU und SPD einzelne stehen, die die Partei ihre Politik machen lassen (siehe Kohl, Merkel oder Müntefering), machen die Repräsentanten der PIRATEN die Politik der Piraten. Bei den Piraten gibt es keine Gesichter, keine Personen die sich selbst in den Vordergrund rücken oder dorthin gedrängt werden. Es gibt ein Programm, klare Ansagen und Vorschläge, kein undurchsichtiges Wahlkampfgeschwurbel, keine persönlichen Kleinkriege zwischen einzelnen Landes- oder Bundesfürsten. Und ganz nebenbei dienen die Ziele der PIRATEN der Allgemeinheit. Das kann man von schwarzem Überwachungswahn und gelben Sozialkahlschlägen nicht unbedingt behaupten, denke ich.

Die PIRATEN wissen, wovon sie reden
Und das hat zwei Gründe: Erstens reden sie zu den Themen, zu denen sie nicht mit Fachwissen aufwarten können, nicht und zum zweiten denken sie nach, bevor sie den Mund aufmachen. Das ist ein Eindruck, den ich von nicht vielen Politikern in hohen Positionen anderer Parteien habe. Aber genau diese arbeitsweise halte ich für die richtige: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Politiker, mach dort Politik, wo du auch die Materie verstehst.

Die PIRATEN sind meine Partei
- und das ist, last but not least, der wichtigste Grund, warum ich Pirat bin: Ich fühle mich mit meinen politischen Ansichten, meinen Überzeugungen und meinen Forderungen an die Regierung(en) bei den PIRATEN am wohlsten. Und das, was die meisten Überschneidungen mit der persönlichen Ansicht aufweist, sollte man schließlich wählen.

Und weil die PIRATEN eine der letzten Bastionen von Freiheiten und Bürgerrechte sind (nein, die FDP ist das nicht, Gründe finden sich in diesem Blog genug), sie die festgefahrene Parteienlandschaft gehörig aufmischen und endlich mal wieder ein wenig Ehrlichkeit in die Politik bringen (und meine Politikerverdrossenheit hinfort wischen) bin ich auch ein bisschen stolz zu sagen:

Ich bin Pirat!

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