Googlefreiheit in China

Wie nicht nur Spiegel vermeldet, hat Google, die wohl populärste Suchmaschine der Welt, keine Lust mehr, für die Chinesische Regierung zu zensieren.

Das bedeutet, dass zum Beispiel Bildsuchanfragen nach dem Massaker am Tian an Men Platz vor über 20 Jahren auf dem chinesischen Google-Ableger nicht mehr ins Leere führen.

Hintergrund von Googles Aufkündigung der Kooperation mit den chinesischen Behörden sollen Hacker-Angriffe auf Google-Server sein, um den chinesischen Behörden Zugriff auf die Email-Konten von chinesischen Menschenrechtlern, Regimekritikern und Dissidenten zu verschaffen. Obwohl laut Google keiner der angegriffenen Server kompromittiert werden konnte, scheint eine Grenze des Konzerns erreicht. Inzwischen hat sich das US-Außenministerium eingeschaltet, weswegen der Fall nun weltweit noch größeres Aufsehen erregen dürfte.

Google selbst indes sieht es offenbar als wahrscheinlich an, dass google.cn bald der Vergangenheit angehören wird, der Pressemitteilung zufolge werde man derartiges aber in Kauf nehmen. Während Google als eine weitere Begründung gegen die Zensur die Meinungsfreiheit im Netz (bzw. Netzneutralität) anführt, vermuten Kritiker des Konzerns eine große PR-Kampagne mit google.cn als Bauernopfer. Dafür spricht, dass mit der offenen Aufkündigung der Kooperation eine Einigung der beiden Parteien relativ unwahrscheinlich geworden ist.

Gleichwohl kann man den Richtungswechsel in Googles Politik ersteinmal als das Begrüßen, was er offenkundig mit sich bringt: Einen kleinen Sieg für die (Meinungs-) Freiheit.

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