Des Kellners Pflicht

“Was Koch da absondert, ist mittelalterlich.”, sagt Klaus Ernst, stellvertretender Linken-Fraktionsvorsitzende im Bundestag und hat damit nicht ganz unrecht, sowohl allgemein (so meine persönliche Einstellung zu Hessens Bonsai-Duce) und speziell auf seine Forderung nach Zwangsarbeit. Denn, so der hessische CDU Oberaufseher, Hartz IV wird von Schmarotzern ausgenutzt, die sich auf Kosten der Allgemeinheit im bequemen Leben auf Kosten des Steuerzahlers einrichten. Abschreckung muss her, fordert Koch, damit die Arbeitslosen nicht aus Gemütlichkeit arbeitslos bleiben.

Soviel zur Propaganda.

Aber die Folgen? Dass ein Mensch für Geld, das er erhält, arbeiten soll – schön und gut, das ist eine legitime Forderung. Doch in der Natur des Arbeitslosen liegt, dass er zur Zeit eben keine Arbeit hat. Und das liegt daran, dass seine Arbeitskraft von der Wirtschaft zur Zeit nicht benötigt wird. Was tun also, wenn er doch arbeiten soll? Man muss Unternehmer finden, die ihn trotzdem einstellen. Warum stellt ein Unternehmer Arbeitskräfte ein? Weil er Bedarf hat. Doch hätte er Bedarf, wäre der Arbeitslose nicht arbeitslos, sondern bereits eingestellt. Also bekommt der Arbeitgeber entweder zusätzliches Geld vom Staat (Mal ehrlich, wie wahrscheinlich ist das, dass der Staat noch draufzahlt?) oder er muss nur ein Minimum an Lohn zahlen. Beides ist gefährlich, denn in jedem Falle ist es für den Arbeitgeber mit Vorteilen verbunden (sonst handelt ein denkender Unternehmer nämlich nicht). Denksportaufgabe: Wenn der Arbeitgeber also Arbeitskraft bekommt, die er nicht benötigt, die ihn aber billiger kommt als seine regulären Arbeitskräfte, was wird er dann machen?

Ganz genau, er wird sie rausschmeißen und für weniger Geld als arbeitslose Zwangsarbeiter weiterbeschäftigen. Wenn das nicht feudal klingt…

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